Korrosions-Inhibitoren in wasserführenden Anlagen

Der Einsatz von trinkwassergeeigneten Korrosions-Inhibitoren auf Phosphat- und Silikatbasis zur Gewährleistung einer einwandfreien Trinkwasserqualität wird in der Trinkwasserverteilung seit Jahrzehnten mit Erfolg zur Vermeidung von Rostwasserproblemen und Trübung bei einem hohen Anteil an ungeschützten Stahl- und Gussrohren eingesetzt. Die Wirksamkeit der Inhibitoren wird durch die Korrosionseigenschaften des zu schützenden Werkstoffes, die Art und Konzentration der Inhibitoren, die Betriebsbedingungen und die Zusammensetzung des Trinkwassers, d. h. seiner korrosionschemischen Eigenschaften, bestimmt.

Unsere Praxiserfahrungen zeigen, dass sowohl die Auswahl der Inhibitoren als auch die Optimierung des Einsatzes nur möglich ist, wenn praxisnahe Untersuchungen durchgeführt werden, in denen für die Entscheidungsfindung belastbare Daten gewonnen werden (siehe DVGW W 215 (A)).

Je nach Fragestellung und Untersuchungsziel stehen im IWW unterschiedliche Testanlagen und Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Für Wasserversorger oder Industrie-Unternehmen mit eigenem Versorgungsnetz haben wir kleinere Testanlagen mit Ringsäulen, die einerseits für Versuche zur grundsätzlichen Fragestellung einer Inhibierung des Trinkwassers oder zur Optimierung bestehender Maßnahmen eingesetzt werden können. Für umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen stehen Testanlagen im halbtechnischen Maßstab zur Verfügung, die in der Regel im Wasserwerk des Wasserversorgers aufgebaut und betrieben werden. Diese Anlagen werden für Versuche zur grundsätzlichen Fragestellung der Notwendigkeit einer Inhibierung des Trinkwassers, insbesondere bei Änderung der Korrosionsbedingungen, z.B. bei Wechsel der Wasserbeschaffenheit aufgrund der Änderung der Aufbereitungstechnologie , oder zur Optimierung eines Inhibitors in Art und Konzentration eingesetzt.

Korrosionsmechanismen und Wirkungsweise der Inhibitoren und ihrer Einzelkomponenten untersuchen wir für Sie mit elektrochemischen Untersuchungsverfahren, die detaillierte Informationen über den Deckschichtwiderstand und damit die Aktivität des Systems liefern und eine Bewertung der Wirkungsweise der einzelnen Inhibitorkomponenten im Hinblick auf den Schutzschichtcharakter der Deckschicht ermöglichen.

ANSPRECHPARTNER

Dr.-Ing. Angelika Becker
Bereichsleiterin
Telefon: +49 208 40303 260
E-Mail: a.becker@iww-online.de
VERWANDTE IWW-THEMEN