Wasserwiederverwendung, Water Reuse, Wasser 4.0

Nitrat im Rohwasser und Trinkwasser: IWW-Kolloquium stellt neue Ergebnisse vor

Am Mittwoch, den 19.11.2014, fand das von IWW Zentrum Wasser organisierte Kolloquium zum Thema „Bewertung und Prognose der Roh- und Trinkwasserqualität (Nitrat, Mangan, Uran)“ in den Räumen der Stadtwerke EVB Huntetal statt. Wissenschaftliche Bewertungsansätze, aktuelle Sachstandsberichte und Praxiserfahrungen wurden vorgestellt und intensiv diskutiert.

Diesmal wurde insbesondere der Aspekt des auch in Norddeutschland weit verbreiteten Prozesses des Nitratabbaus im Grundwasser sowie der gesättigten Bodenzone thematisiert. Den drei Referenten Dr. Nils Cremer (Erftverband), Dr. Frank-Andreas Weber sowie Dr. Christine Kübeck (beide IWW, Regionalstandort Biebesheim) gelang es, anhand zahlreicher Beispiele den ca. 50 Teilnehmern anschaulich zu verdeutlichen, wie dieses „Nitrat-Reduktionspotenzial“ die sich tatsächlich einstellende Grundwasserqualität vielfach verbessert und sich ohne diesen natürlichen „Nitratpuffer“  deutlich höhere Nitratwerte einstellen würden.

Die Vorträge der Veranstaltung:

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Bewertung und Prognose der Roh- und Trinkwasserqualität: Nitrat, Mangan, Uran - Einleitung (C. Nolte, IWW)
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Nitrat - Eintrag, Verhalten und Entwicklungstrends: Vorschau auf den DWA/DVGW-Themenband "Stickstoffumsatz im Grundwasser" (N. Cremer, Erftverband)
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Quantifizierung des Nitratabbauvermögens und Lokalisierung von Risikogebieten (FA Weber, IWW)
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Anpassungsstrategien für Risikogebiete: Aufbau, Einsatz und Nutzen von Prognosemodellen an praktischen Beispielen (C. Kuebeck, IWW)
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Mit Hilfe einer Fülle von aktuell zur Verfügung stehenden Methoden (N2-Ar, Auswertung von Rohwasserdaten, Bewertungen der Größen Boden und tieferer Untergrund, hydrochemische Modellierung) können für das jeweilige (Trink-)Wassergewinnungsgebiet wichtige Aussagen zum Umfang, der räumlichen Verteilung sowie der Möglichkeit einer zeitlichen Veränderung getroffen werden. Wichtig war der Hinweis, dass die beschriebenen Prozesse endlich sind und sich je nach Intensität der eingetragenen Nitratfracht mehr oder weniger schnell aufbrauchen. Zudem können weitere unerwünschte Wasserinhaltsstoffe wie z. B. Sulfat, Mangan, Nickel oder Uran mobilisiert werden – konkrete Beispiele in verschiedenen Grundwasserleitern häufen sich.

Die Bedeutung des Themas wurde durch eine am Vortag der Veranstaltung vorgelegte Studie des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums unterstrichen. Hiernach ist die Belastungssituation in weiten Teilen des Landes hoch. Besorgniserregend ist die Tatsache, dass sich in den letzten 10 Jahren insbesondere in den viehstarken Regionen stagnierende bis steigende Trends der Nitratkonzentration im Grund- und Rohwasser einstellen. Derzeit gelingt es den Wasserversorgungsunternehmen in NRW und Niedersachsen, ein Trinkwasser an den Verbraucher abzugeben, das den Grenzwert von 50 mg/l Nitrat in der Regel deutlich unterschreitet. Dieses Bestreben wird durch eine Erschöpfung des Nitratpuffers bei weiterhin hohen Nitrateinträgen zunehmend erschwert.

Ansprechpartner: Christoph Nolte · IWW Zentrum Wasser · Tel.: 0208 40303-230