Rolf Gimbel beendet seine wissenschaftliche Karriere

Nach über 25-jähriger Tätigkeit wissenschaftlicher Direktor beim IWW beendet Prof. Dr.-Ing. habil. Rolf Gimbel seine Karriere am IWW und an der Universität Duisburg-Essen zum 28.2.2014.

Rolf Gimbel war Inhaber des Lehrstuhls für Verfahrenstechnik, Schwerpunkt Wassertechnik an der Universität Duisburg-Essen und wissenschaftlicher Direktor für Wassertechnologie am IWW Zentrum Wasser. Rolf Gimbel hat über seine lange Forscherkarriere herausragende Beiträge in der Forschung und Entwicklung von leistungsfähigen Filtrationsverfahren zur Wasseraufbereitung geleistet. Er hat in seiner Arbeit das theoretische Verständnis zur Partikelabtrennung in Tiefenfiltern deutlich erweitert, die in der Wassertechnik und in der Bioprozesstechnik einen zentralen Aufbereitungsschritt darstellen. Die darauf beruhende Erfindung der „Permeablen Synthetischen Kollektoren“ bekommt in der jüngsten Zeit in Kombination mit keramischen Filtermembranen eine neue Bedeutung für die Trinkwasserversorgung in Entwicklungsländern.

Der Durchbruch der Membrantechnologie in der Trinkwasseraufbereitung ist sicherlich einer der besonderen Verdienste von Rolf Gimbel. So ist unter seiner wissenschaftlichen Leitung die mit Abstand größte Ultrafiltrationsanlage in Deutschland zur Talsperrenwasseraufbereitung in Roetgen/Eifel entstanden. Mit einer Aufbereitungsleistung von bis zu 7.000 m3/h und einer Ausbeute von mehr als 99,5 % im zweistufigen Membranprozess wurden in zahlreichen Forschungsarbeiten wichtige Verbesserungen in der Prozessführung und der Membranspülung erzielt.

Durch seine mehr als 300 wissenschaftlichen Veröffentlichungen haben diese Ergebnisse national und international hohe Beachtung gefunden. Für das renommierte AQUA-Journal ist Rolf Gimbel seit vielen Jahren als wissenschaftlicher Herausgeber tätig. Einige der durch ihn betreuten Doktoranden haben sich ihrerseits bereits als Unternehmer oder Forscher einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet. Wegen seiner Erfahrung war Rolf Gimbel u.a. langjähriges Mitglied der DFG-Senatskommission für Wasserforschung. Sein besonderes Interesse liegt in der Verbindung von technischen mit gesellschaftlichen Fragestellungen, für die er sich im Themenfeld „Globale Wassernutzungsprobleme“ engagiert. Sein Lebenswerk wurde mit der Willy-Hager-Medaille ausgezeichnet, die alle drei Jahre von der Willy-Hager-Stiftung an hervorragende Forscherpersönlichkeiten verliehen wird – eine der renommiertesten Auszeichnungen für Wasserforscher in Deutschland.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IWW Zentrum Wasser, der Universität Duisburg-Essen und ehemalige Kolleginnen und Kollegen wünschen Rolf Gimbel alles Gute für seinen Ruhestand.

Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

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