Sichere Wasserversorgung

„Sichere Wasserversorgung – immer und überall?

Zur 3. Fachtagung Wasserversorgung vom Wasserverbandstag e. V. und dem IWW am 13.9.2017 in Hannover kamen 70 Wasserexperten zusammen, um gemeinsam über das Thema „Sichere Wasserversorgung – immer und überall?“ zu diskutieren. Dabei nahmen alle Vorträge und Wortbeiträge das Zusammenspiel aus Quantität und Qualität in den Blick.

Interessant war, dass neben den Themen Spurenstoffe, Mikrobiologie und umweltrelevante Elemente (u. a. Uran) immer wieder die veränderten Rahmenbedingungen in Bezug auf die Wassermenge angesprochen wurden (Wasserrecht, mengenmäßiger Zustand ausgewählter Grundwasserkörper, Brauchwasserprojekt MULTI ReUse). Als Fazit kristallisierte sich heraus, dass aufgrund von Klimawandel, verstärkter Nachfrage und einem differenzierten demographischen Wandel sowohl im Grund- als auch im Oberflächenwasser Abflusssituationen auftreten, die neue Ansätze und Genehmigungskriterien notwendig machen. Exemplarisch sei auf die von Herrn Uwe Sütering (OOWV) gezeigte Karte mit den Versorgungsverhältnissen im Spitzenlastfall hingewiesen. Hier wurde deutlich, dass im Verbandsgebiet ein räumlich begrenzter Abfall des Druckniveaus in Spitzenlastzeiten nicht ausgeschlossen ist, und über ressourcen- und wasserwerksseitige Maßnahmen alles dafür getan wird, der verstärkten Nachfrage gerecht zu werden.

MR Mathias Eberle berichtet über hoch aktuelle wasserrechtliche Regelungen in Niedersachsen (novellierte GrwV, modifiziertes Prioritätenprogramm Trinkwasserschutz, verstärkte WSG-Ausweisung, strikte Anwendung Ordnungsrecht). Auch hier wurde deutlich, dass Menge und Güte sich gegenseitig bedingen. Eine Neuauflage des Generalplans „Wasserversorgung Niedersachsen (1974)“ oder die Erstellung (über-)regionaler „Wasserversorgungskonzepte für Niedersachsen“ wurden als mögliche richtungsweisende Ansätze genannt. Mehrere Zuhörer merkten an, dass die Verbände vor Ort mit einzubeziehen sind und die Stringenz von Zeitabläufen und finanzieller Ausstattung gewährleistet sein muss.

Stephanie Gudat (NLWKN) stellte den aktuellen Stand des sogenannten „4 GWK-Projektes“ vor, bei dem Instrumente zur Beurteilung der Wechselwirkungen zwischen Grund- und Oberflächengewässern in den Regionen Südoldenburg, südliches Emsland sowie im Großraum Hannover entwickelt werden. Carola Kienscherf vom Wasserverband Peine ging in einem engagierten Vortrag auf die aktuellen Herausforderungen ihres Verbandes ein, zu jedem Zeitpunkt ausreichend Trinkwasser in hervorragender Qualität zu liefern.

Die drei Vorträge am Nachmittag widmeten sich den Möglichkeiten, die sich aus der Kombination von hochauflösender Spurenstoff-Analytik, systemübergreifenden Betrachtungen sowie wissenschaftlich fundierten Analysen größerer Messwertbestände ergeben. So konnte z. B. Dr. Thomas Riedel (IWW) beeindruckend zeigen, wie komplex das Thema Uran ist und welche Querverbindungen es mit anderen Wasserinhaltsstoffen und hydrochemischen Prozessen gibt.

Alle Teilnehmer der Veranstaltung bekräftigten den hohen Anspruch, eine stabile Versorgung mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser in der heutigen Zeit dauerhaft zu gewährleisten. Neben den Inhalten aus den spannenden Vorträgen sowie den intensiven Diskussionen am Rande der Veranstaltung nahmen alle Teilnehmer die Aufgabe mit auf die Heimfahrt, im Engagement für eine sichere Trinkwasserversorgung in Deutschland nicht nachzulassen.

Die Vorträge wurden den Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Bei Interesse gegen Schutzgebühr von 50,- EUR – sprechen Sie uns an.