IWW Zentrum Wasser

Historie

Das IWW Zentrum Wasser gehört heute zu den führenden Instituten für Wasserforschung. Wissenschaftliche Arbeit, Wasseranalytik und Beratungskompetenz sind deutschlandweit anerkannt.

Die 1960er- und 70er-Jahre waren eine Blütezeit der Wasserforschung in Deutschland. Die Wasserversorgung hatte damals zunehmend Probleme, aus Flüssen und Seen einwandfreies Trinkwasser zu gewinnen, und wurde bei der Suche nach Lösungen von schlagkräftigen Forschungsgruppen unterstützt. So lag es für die Wasserversorger an der Ruhr nahe, in Nordrhein-Westfalen ein Institut zu gründen, das sich speziell den Fragen des Gewässerschutzes, der Wasseraufbereitung, der Trinkwasserqualität und der -verteilung widmen sollte. Wasserprobleme sind interdisziplinär – also sollte das neue Institut ingenieurwissenschaftliche, wasserchemische und biologische Kompetenzen bieten. Insgesamt fünf Gründungsgesellschafter brachten im Frühjahr 1986 das Mülheimer Institut IWW auf den Weg, von Anfang an verbunden mit der damaligen Universität Duisburg. Diese Kombination als An-Institut der Hochschule sollte sich in der Zukunft als visionär und erfolgreich erweisen.

Schon bald gewann das IWW an Ansehen durch die Fachkompetenz, mit der die wissenschaftlichen Leiter Horst Overath, RWW-Wasserchemiker, und Rolf Gimbel, Lehrstuhlinhaber für Wassertechnik in Duisburg, ihre Forschungsaufträge, die Wasseranalytik und Gutachten für ihre Beratungskunden bearbeiteten. Besonders hervorzuheben sind aus dieser Epoche die Projekte zur Filtration, Enthärtung und Membrantechnik, in denen IWW die Führungsrolle bei der Entwicklung neuer Aufbereitungsverfahren und deren Realisierung übernahm. Fast 10 Jahre später gelang auch die Besetzung des Mikrobiologie-Lehrstuhls mit Hans-Curt Flemming als dritten wissenschaftlichen Leiter beim IWW.

Eine grundsätzliche Umstrukturierung brachte das Institut weiter voran: Zunächst Wolf Merkel und Klaus-Dieter Neumann als Geschäftsführer, später Torsten Schmidt, neuer Lehrstuhlinhaber für instrumentelle Analytik der Universität Duisburg-Essen als wissenschaftlicher Direktor kamen in die Institutsleitung. Neue Themenfelder wie Wasserökonomie und Wassernetze wurden entwickelt und im Laufe der Zeit zu eigenständigen Geschäftsbereichen ausgebaut. Gleichzeitig expandierte IWW an zwei weiteren Standorten mit dem IWW Nord in Diepholz (Niedersachsen) und dem IWW Rhein-Main in Biebesheim (Hessen).

Inzwischen ist die enge Verbindung des IWW zu Hochschulen deutlich über die Universität Duisburg-Essen hinaus gewachsen. Über die Einbindung von Andreas Hoffjan, Lehrstuhlinhaber für Unternehmensrechnung und Controlling als wissenschaftlicher Direktor in die IWW-Managementberatung ist die TU Dortmund hinzugekommen. Auch die TU Darmstadt ist inzwischen im IWW-Hochschulnetzwerk, mit Christoph Schüth als Inhaber des dortigen Lehrstuhls für Angewandte Geowissenschaften. Beim IWW ist er wissenschaftlicher Direktor für den Bereich „Wasserressourcen-Management“ und Nachfolger von Rolf-Dieter Wilken (Universität Mainz). Das IWW Zentrum Wasser im Verbund mit den Hochschulen Duisburg-Essen, Dortmund und Darmstadt und mit der HRW in Mülheim an der Ruhr zählt heute zu den führenden deutschen Wasserforschungsinstituten. Diese ausgezeichnete Reputation des Instituts beruht auf der hohen wissenschaftlichen Kompetenz der Forscherinnen und Forscher am IWW und an den kooperierenden Hochschulen.

Das Konzept eines unternehmensübergreifenden Kompetenzzentrums für die Wasserversorgung überzeugt weiterhin: der ungebrochene Zuwachs im Gesellschafterkreis belegt dies eindrucksvoll. Im Jubiläumsjahr 2011 haben sich mittlerweile 20 Unternehmen als Gesellschafter beim IWW beteiligt. Das Wasser-Kompetenzzentrum IWW hat derzeit einen Jahresumsatz von fast 8 Millionen EUR. IWW beschäftigt mittlerweile mehr als 100 hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an seinen Standorten Mülheim an der Ruhr, Biebesheim am Rhein und Diepholz in drei Bundesländern.

Das IWW ist für seine Gesellschafter die ausgelagerte Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die mit ihrer Vielfalt an Themen und einem hohen Innovationsgrad in einem einzelnen Unternehmen nicht realisierbar wäre. IWW-Gesellschafter sind gleichzeitig Forschungspartner in vielen Projekten. Sie geben nicht selten Anstoß für gemeinsame Forschungsvorhaben – ganz im Sinne der Gemeinnützigkeit.

Und IWW entwickelt sich weiter – der wichtigste Wegweiser ist die Internationalisierung der Forschungslandschaft. IWW hat in den letzten Jahren stark in den Aufbau von Netzwerken investiert. Über die nationalen Verbindungen hinaus sucht IWW nach starken Partnern in Europa. IWW hat den europäischen Institutsverbund ARC Aqua Research Collaboration mit gegründet, aus der Überzeugung heraus, dass sich die kommenden Herausforderungen der Wasserversorgung europa- oder gar weltweit stellen werden.